Der Junge auf dem Berg – John Boyne

Packend und ergreifend ist der Roman von John Boyne, der in diesem Jahr für viel Gesprächsstoff sorgte. Man lernt den Protagonisten Pierrot als kleinen Jungen kennen, der in Frankreich groß wird. Es ist die Zeit zwischen den großen Kriegen, die Spuren des ersten sind noch nicht verblasst und doch kündigen sich schon die Trümmer des zweiten Krieges an. All das schwingt in den Sätzen Boynes mit, die das schicksalhafte Leben des Jungen ohne Beschönigung erzählen. Als Leser:in ahnt man am Anfang nichts von der unmittelbaren Verflechtung des Lebens von Pierrot mit dem zweiten Weltkrieg. Man fiebert mit, man hofft, man ringt und wartet auf die Erlösung, die man sich für den Jungen (und sich selbst) wünscht. Auf den letzten Seiten schafft der Autor genau das, ohne dabei sentimental oder dramatisch zu werden.

Ein wunderbares Buch, das nicht vor einer (teils brutal) ehrlichen Darstellung der Realität des Protagonisten zurückschreckt. Genau das macht es zu einem spannenden und sehr lesenswerten Roman!

  • Ausgezeichnet mit dem Buxtehuder Bullen 2018
  • Nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2018 (Jugendjury)

 

Buchtipp: Linda, 26 Jahre

Verlag: Fischerverlag, 2015
Foto: (c) Fischerverlag