Mein Papa ist der größte Held der Welt – Daan Remmerts de Vries, Marije Tolman

Wo ist Papa eigentlich die ganze Zeit? Er rettet die Welt vor Monstern und das Monster vor sich selbst, ist doch klar, denn Papa ist der größte Held der Welt! Lynn malt sich mit all ihrer Fantasie die buntesten Geschichten aus, was ihr Papa erlebt während sie im Kindergarten ist. Die Illustrationen sind genauso bunt wie Lynns Fantasie, jede Doppelseite erzählt mit einer anderen Farbe (Aquarell/Wasserfarben) Papas Heldengeschichten. Auf Lynns Maltisch mit Wasserfarben wachsen Bäume und um sie herum sitzen Tiere aus aller Welt. Sie macht sich eine Welt die ihr gefällt. Und dann kommt Papa endlich!

Die kindliche Fantasie wird über die bunte Gestaltung der Geschichte verdeutlicht. Die Illustrationen laden ein, in Lynns Fantasie einzutauchen. Die liebevolle Darstellung der fremden Welten macht neugierig auf die noch unbekannten Ecken der Erde.

 

Buchtipp: Pina Weitkamp, Lese- und Literaturpädagogin (BVL)

Verlag: Gerstenberg Verlag 2019
Foto: © Gerstenberg Verlag

Wo ist Kater Ludwig – Floor Rieder

Weg ist er, der Kater. Omi sucht ihn und verteilt an jedem Haus ein Bild von ihm. Seite für Seite berichtet die alte Dame von ihrem pechschwarzen Liebling, der sich so gerne aus dem Staub macht, immer auf der Suche nach feinstem Futter.

Als sie ihn endlich entdeckt, ist die vordere Seite des Leporellos erzählt und der/die Betrachter:in betritt die Welt des Katers. Durch die Innenräume der Häuser streifend berichtet er von seinen Erlebnissen mit den unterschiedlichen Bewohner:innen, vom Schmecken und Schnurren, Toben, Tönen und Verwöhnen. Doch am Ende kommt er wieder, denn keine hat er lieber…

„Wo ist Kater Ludwig?“ ist in mehrfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Bilderbuch. Mit anspruchsvollen Bildkompositionen lädt es Kinder und Erwachsene zum Entdecken ein, die rhythmischen Verse sorgen für ein beschwingtes Kennenlernen und die aufklappbare Form des Leporellos bietet die Möglichkeit zum gemeinsamen Spiel.

 

Buchtipp: Andrea Weitkamp, Literaturpädagogin (BVL)

Verlag: Gerstenberg Verlag 2019
Foto: (c) Gerstenberg Verlag

Der kleine Fuchs – Edward van de Vendel, Marije Tolman

Er ist ein kleiner Fuchs, mit allem, was dazugehört: neugierig, flink und mutig. Bezaubert von den beiden lila Schmetterlingen folgt er ihnen bedingungslos, grenzenlos, bodenlos. Er stürzt und beginnt zu träumen – von den schönsten Momenten seines Lebens. Ein kleiner Mensch findet den Fuchs, der beschließt, die Augen wieder zu öffnen.

Die Rahmenhandlung dieser äußerst charmanten und berührenden Geschichte vom kleinen Fuchs wird bildästhetisch bestimmt von dem gezeichneten Fuchs mit seiner neon-orangenen-Farbfüllung  in einem türkisfarbig kolorierten Foto einer Dünenlandschaft und dem kleinen Jungen mit seinem orangefarbenen Haar und seinem roten Jumpsuit.

Als Betrachter wird man sehr sinnlich in die Welt des kleinen Fuchses eingeführt. Auf den ersten fünf textlosen Doppelseiten fühlt man sich dank der ausdrucksstarken Bilder in die Vielfältigkeit seines Seins ein.  van den Vendel gibt dem Leser auf den nächsten Seiten auch nur fünf eher sachliche Sätze, bevor der Traum des kleinen Fuchses beginnt.

„Er ist wieder klein, so klein wie ein Äpfelchen.“ Mit diesem Satz beginnt die Erinnerungsreise des kleinen Fuchses, ästhetisch von der Rahmenhandlung u.a. durch sehr weiche Bleistiftzeichnungen in grün abgehoben. van den Vendels facettenreiche Sprache ermöglicht es dem Leser, die einzelnen Erfahrungen und Entdeckungen des bisherigen Lebens des Fuchses sinnlich mit zu erleben.

Ein Buch, das man riechen, schmecken und fühlen kann.

Ein Buch, das man sehen und lesen muss!

 

Buchtipp: Andrea Weitkamp, Literaturpädagogin (BVL)

Verlag: Gerstenberg Verlag 2020
Foto: (c) Gerstenberg Verlag

Hier kommt die Hatze: Verrückte Vorlesegeschichten – Sylvia Englert, Sabine Dully

Mia ist mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Benny gerade umgezogen und fühlt sich noch nicht so richtig angekommen im neuen Zuhause. Und sie hätte jetzt so gerne ein Haustier! Aber weder ihr Wunsch nach einem Hund, noch der nach einer Katze stößt bei den Eltern auf Gegenliebe und so ruft sie wütend: „Dann will ich eben eine Hatze!“

Mit Hatzen ist das so: Wenn man sie ruft, stehen sie eines Tages vor der Tür und ziehen ein. Mias Hatze kommt mit Koffer, ist ein lustiges und niedliches Tier, doppelt so groß wie der Kater von nebenan mit einem buschigen Hundeschwanz und sie hat vor allem ihren ganz eigenen Kopf! Sie will Kaffee kochen, singt freche Lieder und markiert ihr Revier mit allen möglichen Sachen im Wohnzimmer. Woher sie gekommen ist, weiß niemand, aber für Mia ist sie eine große Hilfe bei der Eingewöhnung in der neuen Umgebung! „Auch wenn sie ein bisschen schwierig zu halten sind, Hatzen sind wirklich praktische Tiere, denkt Mia.“ Die Hatze ist so lange für Mia da, bis diese im neuen Kindergarten Freunde gefunden hat, dann zieht sie weiter. Ein klassischer Begleiter auf Zeit, zauberhaft, aber für alle sichtbar und Mia und sie können sich auch mit Worten unterhalten.

Eigentlich ist „Hier kommt die Hatze“ eine Vorlesegeschichte, deren Kapitel jedoch jeweils mit einer abendlichen Hoffnung, einem Ausblick auf den nächsten Tag oder auch dem Einschlafen von Mia enden. Man kann sie also gut einzeln vorlesen. Die Geschichte ist allerdings von Sylvia Englert so humorvoll erzählt und von Sabine Dully so witzig illustriert, dass Kinder ab vier/fünf Jahren sicherlich gerne mehr als ein Kapitel auf einmal hören möchten. Gut, dass der Text auch Erwachsene amüsiert!

 

Buchtipp: Ulrike Erb-May, Literaturpädagogin (BVL)

Verlag: Knesebeck Verlag 2019
Foto: (c) Knesebeck Verlag

ellington – Marlis Bardeli, Ingrid Godon

Frau Treuherz hat es, ein gutes (und natürlich treues) Herz. Ellington, ein prächtiger Enterich, erobert dieses im Nu. Eine Weile tun die beiden Ungleichen sich gut, aber schon bald beginnen die Schwierigkeiten…

Eine fein gesponnene Geschichte über die Liebe, das Loslassen und Trost fassen. Mit weichen Bildern, die sich über die Seiten hermachen und dennoch keinen Zweifel an den wahren Gefühlen lassen.

 

Buchtipp: Andrea Weitkamp, Literaturpädagogin (BVL)

Verlag: Peter Hammer Verlag 2018
Foto: (c) mixtvision